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Beziehungen zu Deutschland

16.10.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Die deutsch-kamerunischen Beziehungen sind gut. Deutschland engagiert sich in Kamerun insbesondere im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Seit dem Staatsbesuch von Präsident Biya in der Bundesrepublik Deutschland (September 1986) und dem offiziellen Besuch von Bundeskanzler Kohl (November 1987) hatte es lange keinen hochrangigen Besucheraustausch gegeben. Vom 28. Oktober bis 02. November 2012 besuchte der damalige Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, Kamerun. Seither erhöhte sich der Austausch hochrangiger Besuche: der Vizepräsident des Deutschen Bundestages Johannes Singhammer besuchte Kamerun zusammen mit einer Parlamentarierdelegation vom 15. bis 19. Juni 2014, der Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller vom 12. bis 15. März 2015. Der kamerunische Außenminister Pierre Moukoko Mbonjo besuchte Deutschland vom 22. bis 25. Februar 2015. Regelmäßige Besuche von Delegationen des Deutschen Bundestages unterstreichen die guten bilateralen Beziehungen auch auf parlamentarischer Ebene.

Deutschland ist mit mehreren Einrichtungen in Kamerun vertreten, die meisten davon mit Sitz in Jaunde. Hierzu zählen das Goethe-Institut Kamerun, das DAAD-Informationszentrum an der Universität Jaunde I, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung betreiben jeweils ein Regionalbüro. Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), der Zivile Friedensdienst (ZFD), der Senioren Expertenservice (SES), der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), Brot für die Welt und die Sparkassenstiftung unterstützen Projekte in verschiedenen Teilen des Landes. Die Deutsche Seemannsmission unterhält ein Seemannsheim in Duala, das im März 2016 50jähriges Bestehen feiern konnte.

Wirtschaftsbeziehungen

Der Warenaustausch zwischen beiden Ländern bewegt sich auf relativ niedrigem Niveau und ist jährlich schwankend. Die deutschen Importe aus Kamerun beliefen sich laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2017 auf 74,885 Millionen Euro. Die Exporte aus Deutschland nach Kamerun umfassten im gleichen Zeitraum ein Volumen von 118,694 Millionen Euro. Damit ergibt sich 2016 für Deutschland ein Handelsbilanzüberschuss von 43,809 Millionen Euro.

Entwicklungspolitische Beziehungen

Kamerun gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen Deutschland auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Dem bisherigen zweijährigen Turnus entsprechend fanden die jüngsten Regierungsverhandlungen im Juni 2016 in Berlin statt. Im Zuge der Verhandlungen wurde die entwicklungspolitische Zusammenarbeit für die kommenden drei Jahre abgestimmt und neue Mittel in Höhe von 100,5 Millionen Euro zugesagt, die Ende 2016 um weitere 25 Millionen Euro - u.a. als Reaktion auf die Flüchtlingssituation im Land – aufgestockt wurde.

Seit der Unabhängigkeit Kameruns hat Deutschland die Entwicklung des Landes mit einer Summe von etwa einer Milliarde Euro unterstützt.

Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich derzeit auf drei Schwerpunktthemen: „Dezentralisierung und Verantwortungsvolle Regierungsführung“, „Nachhaltigkeit der Ressourcennutzung“ und „Ländliche Entwicklung“. Zusätzlich wird im Gesundheitssektor der Kampf gegen die Mutter-Kind-Sterblichkeit finanziell unterstützt. Außerdem werden Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen, die sich durch die Flüchtlinge aus Nigeria und der Zentralafrikanischen Republik sowie den Binnenflüchtlingen ergeben, unterstützt.

Weiterhin werden in Zusammenarbeit mit in Jaunde angesiedelten Regionalorganisationen eine Reihe weiterer Unterstützungsmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehören die Unterstützung der COMIFAC (Kommission der Wälder Zentralafrikas) und die Zusammenarbeit mit der CEMAC (Zentralafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion), insbesondere im Bereich HIV/AIDS und der Bekämpfung bisher wenig beforschter Tropenkrankheiten.

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bilden die Säulen der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Sie beschäftigen insgesamt rund 40 Entsandte, die mit nationalen und internationalen Partnern eng zusammen arbeiten.

Für den Zivilen Friedensdienst (ZFD), der im Jahre 2010 seine Arbeit im Lande aufnahm, sind rund 15 entsandte Fachkräfte in Kamerun tätig.

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) ist mit Garantien, Krediten und Beteiligungen insbesondere in der Agroindustrie, im Tourismus und im Energiesektor engagiert.

Drei Fachkräfte des Centrums für Internationale Migration und Entwicklung (CIM, Teil der GIZ) sind in Kamerun in verschiedenen Bereichen tätig.

Zudem finden regelmäßig Einsätze des Senior-Experten-Service mit einem Schwerpunkt auf ländliche Entwicklung, Stärkung des Gesundheitssystems und Unterstützung mittelständischer Unternehmen statt.

Außerdem engagieren sich mehrere deutsche kirchliche Einrichtungen in der Entwicklungs­zusammenarbeit mit Kamerun.

Kulturelle Beziehungen

Der gute Ruf deutscher Wissenschaft und Technik begründet großes Interesse an Deutschland. Etwa 301.000 kamerunische Schüler lernen Deutsch. Die Zahl der Deutschlehrer beträgt ca.21000. Im Rahmen der vom Auswärtigen Amt initiierten Partnerschul-Initiative (PASCH-Initiative) erhalten sechs  Schulen logistische, finanzielle und didaktische Unterstützung.

Seit  Oktober 2010 ist an der Universität Yaounde I  ein DAAD-Informationszentrum eingerichtet, das Studien-/Stipendienberatung anbietet. Darüber hinaus gibt es DAAD-Lektorate an den Universitäten Yaounde I und Dschang .

Kamerun unterhält enge und sehr gute akademische Kontakte nach Deutschland. Der DAAD und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung unterstützen Doktoranden, Forscher und Wissenschaftler mit Stipendien und Materialspenden.

Rund 7330 kamerunische Studierende sind derzeit an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Damit bilden sie mit Abstand die größte Gruppe afrikanischer Studenten in Deutschland.

Das große Interesse an Deutschland spiegelt sich in den Aktivitäten des Goethe-Instituts Kamerun, das neben einer im regionalen Vergleich besonders großen Sprachabteilung ein Sprachlernzentrum in Duala unterhält. Die angebotenen Sprachkurse, Filmvorführungen und kulturellen Veranstaltungen sind besonders bei jungen Kamerunern sehr beliebt.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Kamerun ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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