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Wirtschaft

16.05.2018 - Artikel

Stand: Mai 2018

Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur

Unter den Staaten der zentralafrikanischen Regionalorganisation CEMAC ist Kamerun das wirtschaftlich stärkste Land. Das Bruttoinlandsprodukt erreichte 2016 nach Zahlen der Weltbank 32,217 Milliarden US-Dollar, pro Kopf ca. 1.400 US-Dollar.

Kamerun will bis 2035 den Status eines demokratischen und in seiner Diversität geeinten Schwellenlandes erreichen. Dieses langfristige Entwicklungskonzept "Vision 2035" beinhaltet eine Erhöhung des Wirtschaftswachstums, die Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens, Förderung von Investitionen und eine Senkung des Bevölkerungswachstums auf 2 Prozent. Laut der Strategie für Wachstum und Beschäftigung soll die Wirtschaft zwischen 2010 und 2020 um durchschnittlich mindestens 5,5 Prozent im Jahr wachsen, um Arbeitslosigkeit und Armut zu reduzieren. Weiterer Schwerpunkt ist die Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Energie, Transport und Kommunikation. Außerdem haben die nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft und die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse besondere Bedeutung. Makroökonomisch wurden in den letzten Jahren Fortschritte erzielt: Kamerun erreichte nach Berechnungen des IMF 2017 ein Wirtschaftswachstum von ca. 3,2 Prozent. 2018 wird mit 4,0 Prozent gerechnet. Neben der Öl- und Gasförderung und den Infrastrukturinvestitionen ist der tertiäre Sektor eine treibende Kraft.

Aufgrund der angespannten Wirtschaftslage räumte der IWF im Juni 2017 Kamerun eine „Extended Credit Facility“ von 666 Millionen USD ein. Im Gegenzug verpflichtete sich die kamerunische Regierung zu finanzpolitischer Konsolidierung auf der Ein-und Ausgabenseite sowie zu strukturellen Reformen der öffentlichen Finanzen. Das Haushaltsdefizit soll nach IMF-Schätzungen 2018 aufgrund der eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen auf 2,1 Prozent des BIP fallen.

Der Investitionsbedarf Kameruns zur Finanzierung von Infrastrukturvorhaben ist sehr hoch. Allein für 2012 beliefen sich die Kosten für die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen auf rund 3,5 Milliarden Euro.

Die Inflationsrate in Kamerun lag nach IMF 2017 bei 0,6 Prozent. Großen Einfluss auf die Inflationsrate haben Nahrungsmittelpreise. Kamerun bleibt trotz Produktionssteigerung im Agrarsektor abhängig von Nahrungsmittelimporten. Um Preissteigerungen einzudämmen, subventioniert die Regierung Schlüsselprodukte wie Kraftstoffe und Getreideerzeugnisse. 2013 sollen die Subventionen für Kraftstoffe ca. 4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen haben. Zu Jahresende 2015 senkte die Regierung die staatlich festgelegten Kraftstoffpreise um ca. 4 Prozent.

Das derzeitige Wirtschaftswachstum reicht nicht aus, um Arbeitsplätze in größerem Umfang zu schaffen und die Armutsrate von circa 24 Prozent nachhaltig zu senken. Der größte Teil der Armen lebt im ländlichen Raum. Der UNDP-Human-Development-Index stufte Kamerun 2016 auf Position 153 von 188 Ländern ein. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 56 Jahren, das Bevölkerungswachstum wird nach Schätzungen von UNICEF von 2012-2030 2,3 Prozent betragen.

Im von Transparency International 2017 veröffentlichten Korruptionswahrnehmungsindex nimmt Kamerun den 153. Rang von 180 Staaten ein. Im "Doing Business 2018"-Bericht der Weltbank steht Kamerun im internationalen Vergleich des Geschäftsklimas auf Rang 163 von 190 Ländern.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen, Währungspolitik

Kamerun ist Mitglied der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft (CEMAC), der außerdem Äquatorialguinea, Gabun, die Republik Kongo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik angehören.

Auf Ebene der CEMAC war die makroökonomische Situation im Jahr 2017 durch ein Wachstum des BIP von nach IMF-Schätzungen 0,1 Prozent gekennzeichnet; für 2018 werden wieder 1,7 Prozent erwartet.
Die Inflationsrate auf regionaler Ebene lag 2017 bei 0,9 Prozent und soll 2018 auf 1,6 Prozent steigen. Kameruns Handel mit Ländern innerhalb der CEMAC ist gering: Lediglich 5 Prozent der kamerunischen Exportprodukte gehen in CEMAC-Länder.

Kamerun gehört der CFA-Zone (Franc de la Coopération Financière en Afrique Centrale) an. Der Franc CFA ist mit einem festen Wechselkurs an den Euro gekoppelt. Dadurch steht Kamerun ein autonomes geld- und währungspolitisches Instrumentarium nicht zur Verfügung. Soweit der Handel nicht in Euro abgewickelt wird, wird die Konkurrenzfähigkeit seiner Produkte von dem Außenwert des Euro gegenüber Fremdwährungen bestimmt (insbesondere US-Dollar).

Wichtigste Wirtschaftszweige

Insbesondere der primäre und tertiäre Sektor tragen derzeit zum Wachstum bei. Rohöl und Holz sind die wichtigsten Exportprodukte. Einnahmen aus der Ölförderung konnte Kamerun zuletzt wieder steigern.
In der Landwirtschaft wurde die Produktion von Schlüsselprodukten (Kakao, Kaffee, Bananen, Rohkautschuk) durch erleichterten Zugang zu Finanzierung, Ausbildung und Forschung gesteigert. In der Folge erwartet die Regierung künftig weitere Produktionssteigerungen.

Weitere Impulse für das Wirtschaftswachstum kommen aus dem sekundären Sektor und basieren auf der beginnenden Umsetzung der Investitionsprogramme zur Verbesserung der Infrastruktur.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Kamerun ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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